Zum Hauptinhalt springen
72124000
EISEN UND STAHLFlachgewalzte Erzeugnisse aus Eisen oder nicht legiertem Stahl, mit einer Breite von weniger als 600 mm, plattiert oder ueberzogen

Flachgewalzte Erzeugnisse aus Eisen oder nicht legiertem Stahl, mit einer Breite von weniger als 600 mm, plattiert oder ueberzogen, gestrichen, lackiert oder ueberzogen mit Kunststoff

Einreihung und technische Eigenschaften der Unterposition 7212 40

Unterposition 7212 40 des EU-Zolltarifs umfasst flachgewalzte Erzeugnisse aus nichtlegiertem Stahl mit einer Breite von weniger als 600 mm, gestrichen, lackiert oder mit Kunststoff uberzogen. Position 72.12 klassifiziert flachgewalzte Erzeugnisse aus nichtlegiertem Stahl mit einer Breite unter 600 mm, plattiert oder uberzogen. Erzeugnisse dieser Unterposition sind Stahlbander mit einer Schicht aus Farbe, Lack oder Kunststoff, die im Bauwesen, bei der Herstellung von Haushaltsgaten, dekorativen Elementen, Wand- und Dachpaneelen, Metallmobel-Teilen und in der Verpackungsindustrie eingesetzt werden. Die organische Beschichtung bietet Korrosionsschutz und asthetische Eigenschaften. Die Einreihung erfordert den Nachweis, dass das Erzeugnis gestrichen, lackiert oder mit Kunststoff uberzogen ist, eine Breite unter 600 mm hat und aus nichtlegiertem Stahl besteht. Nur verzinkte oder metallbeschichtete Erzeugnisse werden in anderen Unterpositionen eingereiht. Einfuhrer sollten diese Erzeugnisse von ahnlichen mit Breite >= 600 mm unterscheiden, die in Unterposition 7210 70 eingereiht werden. Erzeugnisse mit metallischer und organischer Beschichtung werden nach der ausseren Schicht eingereiht. Die Art des Kunststoffs oder der Farbe beeinflusst die Einreihung auf 6-stelliger KN-Ebene nicht.

CBAM und Einfuhranforderungen fur Unterposition 7212 40

Seit dem 1. Januar 2026 unterliegen Stahlerzeugnisse der Unterposition 7212 40 den vollen CBAM-Anforderungen gemas Verordnung (EU) 2023/956. Einfuhrer mussen den Status eines zugelassenen CBAM-Anmelders besitzen und CBAM-Zertifikate fur die enthaltenen CO2-Emissionen erwerben. Die Pflicht umfasst direkte Emissionen aus der Stahlherstellung und dem Beschichtungsprozess sowie indirekte Emissionen aus dem Stromverbrauch. Vierteljahrliche CBAM-Erklarungen sind mit Emissionsdaten des Herstellers abzugeben. Fehlende Herstellerdaten fuhren zur Anwendung hoherer Standardwerte. Die Einfuhr in die EU unterliegt dem Unionszollkodex (Verordnung (EU) Nr. 952/2013). Der Einfuhrer muss uber eine EORI-Nummer verfugen. Erforderliche Unterlagen umfassen eine Handelsrechnung, ein Befoerderungsdokument, eine technische Spezifikation (Stahlsorte, Abmessungen, Beschichtungsart und -dicke, Farbe, Produktionsnorm) und ein Ursprungszeugnis fur Praferenzzollsatze. Fur Bauprodukte kann eine Leistungserklarung gemas CPR erforderlich sein. Erzeugnisse mit organischer Beschichtung fur den Lebensmittelkontakt mussen den einschlagigen EU-Verordnungen entsprechen. Aktuelle MFN-Zollsatze sind in der TARIC-Datenbank zu uberprufen.

Handelsschutzmassnahmen fur Unterposition 7212 40

Stahlerzeugnisse der Unterposition 7212 40 unterliegen den EU-Schutzmassnahmen (Safeguard) in Form von Zollkontingenten (TRQ). Einfuhren uber das Kontingent hinaus unterliegen einem zusatzlichen Zoll von 25%. Die Kontingente werden vierteljahrlich verwaltet. Auf gestrichene und lackierte Stahlerzeugnisse aus bestimmten Landern konnen Antidumping- oder Ausgleichszolle erhoben werden. Die EU unterhalt Antidumpingmassnahmen gegen organisch beschichtete Stahlerzeugnisse aus verschiedenen Landern, darunter China, Indien und die Turkei. Die Satze und der Produktumfang variieren und unterliegen periodischen Uberprufungen. Einfuhrer mussen im TARIC-System fur jede Transaktion uberprufen, ob aktive Handelsschutzmassnahmen gelten. Neben Antidumpingzollen konnen Ausgleichszolle erhoben werden. Die Gesamteinfuhrkosten aus Grundzoll, Antidumpingzollen, Ausgleichszollen, Schutzzoll und CBAM-Zertifikaten konnen den MFN-Zoll erheblich ubersteigen. Eine vollstandige Importkostenkalkulation vor Bestellungen wird empfohlen.

EU-Zollsätze und Schutzmaßnahmen für KN 7212 40

Der KN-Code 7212 40 reiht lackierte und beschichtete Erzeugnisse in Kapitel 72 der Kombinierten Nomenklatur ein. Stahleinfuhren in die EU unterliegen nicht nur den Standardzollsätzen des TARIC, sondern auch Schutzmaßnahmen in Form von Zollkontingenten. Nach Ausschöpfung des Kontingents wird ein Zusatzzoll von 25% erhoben. Der Importeur muss das Ursprungsland korrekt angeben, da im Rahmen von EU-Freihandelsabkommen Präferenzzollsätze gelten können. Antidumpingzölle können für bestimmte Ursprungsländer in Kraft sein. Die EUSt von 19% wird auf den Zollwert zuzüglich aller Abgaben erhoben.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Unterposition 7212 40 und 7210 70?
Der entscheidende Unterschied ist die Breite. Unterposition 7212 40 umfasst gestrichene, lackierte oder kunststoffbeschichtete flachgewalzte Erzeugnisse mit Breite unter 600 mm. Unterposition 7210 70 umfasst ahnliche Erzeugnisse mit Breite von 600 mm oder mehr. Die Art der Beschichtung ist in beiden Fallen gleich. Die prazise Breitenmessung ist fur die korrekte Einreihung entscheidend.
Unterliegen lackierte Erzeugnisse der Unterposition 7212 40 dem CBAM?
Ja, seit dem 1. Januar 2026 unterliegt die Einfuhr von Stahlerzeugnissen der Unterposition 7212 40 den vollen CBAM-Anforderungen. Der Einfuhrer muss als zugelassener CBAM-Anmelder registriert sein, Zertifikate fur CO2-Emissionen erwerben und vierteljahrliche Erklarungen abgeben. Die Emissionen umfassen Stahlherstellung, Beschichtung und Energieverbrauch. Fehlende Herstellerdaten bedeuten hohere Standardwerte.
Welche Antidumpingmassnahmen konnen fur Unterposition 7212 40 gelten?
Auf gestrichene und lackierte Stahlerzeugnisse der Unterposition 7212 40 konnen Antidumpingzolle bei Einfuhren aus bestimmten Landern erhoben werden, darunter China, Indien und die Turkei. Satze und Anwendungsbereiche variieren nach Hersteller, Ausfuhrer und Ursprungsland. Zusatzlich gelten Schutzmassnahmen (TRQ + 25%). Aktuelle Maßnahmen sind in der TARIC-Datenbank vor jeder Transaktion zu uberprufen.
Wie beantragt man eine vZTA für lackierte und beschichtete Erzeugnisse (KN 7212 40)?
Eine verbindliche Zolltarifauskunft (vZTA) für KN-Code 7212 40 wird beim zuständigen Hauptzollamt beantragt. Der Antrag muss eine detaillierte Warenbeschreibung, Muster, Fotos und technische Unterlagen enthalten. Die vZTA ist drei Jahre lang in.