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KUNSTSTOFFE UND WAREN DARAUSRohre, Schläuche, und Formstücke therefor (for example, joints, elbows, flanges), aus plastics

Rohre, Schläuche, und Formstücke therefor (for example, joints, elbows, flanges), aus plastics, Rohre, Schläuche, rigid, aus andere plastics

Einreihungsumfang und typische Erzeugnisse

Der KN-Code 391729 umfasst starre Rohre aus Kunststoffen, die nicht als Polyethylen (391721), Polypropylen (391722) oder PVC (391723) einzureihen sind. Diese Unterposition umfasst Rohre aus Polyamiden, Polycarbonaten, ABS, PVDF (Polyvinylidenfluorid), GFK (glasfaserverstärkter Kunststoff), PTFE und anderen Spezialpolymeren. GFK-Rohre werden aufgrund ihrer Korrosionsbeständigkeit in der Chemie- und Erdölindustrie eingesetzt. PVDF-Rohre finden Anwendung in Reinstmediensystemen der Pharma- und Halbleiterindustrie. Die Einreihung erfordert die Identifikation des Materials als Kunststoff, der kein PE, PP oder PVC ist.

Regulatorische Anforderungen und technische Normen

Kunststoffrohre unter KN 391729 unterliegen der REACH-Verordnung. Für Trinkwasser bestimmte Rohre müssen die Richtlinie (EU) 2020/2184 und nationale Materialzulassungen erfüllen. GFK-Rohre für Druckanwendungen müssen die EN 14364 für GFK-Kanalisationsrohre oder die ISO-14692-Reihe für die Erdölindustrie erfüllen. PVDF-Rohre für pharmazeutische Anwendungen unterliegen Reinheits- und Biokompatibilitätsnormen. Polyamidrohre für pneumatische Anwendungen müssen DIN- oder ISO-Normen erfüllen. Aufgrund der Materialvielfalt hängen die Zertifizierungsanforderungen von der konkreten Anwendung und dem Zielmarkt ab.

Handel und Zollpraxis

Die Zollanmeldung für Rohre unter KN 391729 sollte den Polymertyp, den Durchmesser, die Wandstärke und den Verwendungszweck angeben. Aufgrund des Auffangcharakters der Unterposition können Zollbehörden technische Unterlagen zur Materialidentifikation verlangen. Eine vZTA wird für Rohre aus ungewöhnlichen Materialien empfohlen. Einfuhren von Spezialrohren in die EU stammen je nach Polymertyp aus verschiedenen Ländern. Präferenzzollsätze können im Rahmen von Freihandelsabkommen verfügbar sein.

Eigenschaften von Rohre aus anderen Kunststoffen und Handelsanwendungen

Produkte unter KN-Code 3917 29 als Bauprodukte unterliegen der Bauproduktenverordnung BauPVO (EU) 305/2011. Die Einfuhr erfordert CE-Kennzeichnung, Leistungserklärung (DoP) und Konformität mit harmonisierten EN-Normen. Bei der Zollabfertigung sind Zertifizierungsdokumente, Montageanleitungen und technische Datenblätter vorzulegen.

Häufig gestellte Fragen

Werden GFK-Rohre (glasfaserverstärkter Kunststoff) unter KN 391729 eingereiht?
Ja. Glasfaserverstärkte Kunststoffrohre (GFK/GRP) werden unter KN 391729 als starre Rohre aus Kunststoff, der kein PE, PP oder PVC ist, eingereiht. Wesentlich ist, dass die Polymermatrix das Basismaterial des Rohres bildet.
Werden PVDF-Rohre für Reinstwasser unter diesem Code eingereiht?
Ja. PVDF-Rohre (Polyvinylidenfluorid) sind starre Rohre aus einem Kunststoff, der kein PE, PP oder PVC ist, und werden unter KN 391729 eingereiht. PVDF-Rohre für pharmazeutische Anwendungen können zusätzliche Unterlagen zur Materialreinheit erfordern.
Werden Polyamidrohre für pneumatische Installationen unter KN 391729 eingereiht?
Starre Polyamidrohre werden unter KN 391729 eingereiht. Flexible Polyamidschläuche werden jedoch je nach Festigkeitsparametern unter KN 3917.31-3917.39 eingereiht. Entscheidend ist der Charakter des Rohres (starr oder flexibel).
Benötigen Produkte KN 3917 29 eine CE-Kennzeichnung?
Ja, Produkte KN 3917 29 als Bauprodukte erfordern CE-Kennzeichnung nach BauPVO (EU) 305/2011. Leistungserklärung (DoP) und Konformität mit der harmonisierten EN-Norm sind vorgeschrieben.