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15079000
TIERISCHE, PFLANZLICHE UND MIKROBIELLE FETTE UND ÖLE SOWIE DEREN SPALTUNGSERZEUGNISSE; GENIESSBARE VERARBEITETE FETTE; WACHSE TIERISCHEN ODER PFLANZLICHEN URSPRUNGSSojaöl und seine Fraktionen, auch raffiniert, jedoch nicht chemisch modifiziert

Sojaöl und seine Fraktionen, auch raffiniert, jedoch nicht chemisch modifiziert, anderer

Zolltarifliche Einreihung von raffiniertem Sojaöl

Der KN-Code 150790 umfasst raffiniertes Sojaöl und seine Fraktionen, nicht chemisch modifiziert. Unter diese Unterposition fallen Öle, die Raffinationsprozesse wie Neutralisation, Bleichung, Desodorierung und Winterisierung durchlaufen haben. Die Abgrenzung zum rohen Sojaöl unter 150710 basiert auf dem Verarbeitungsgrad – raffiniertes Öl ist klar, geschmacks- und geruchsneutral und enthält geringe Mengen freier Fettsäuren und Phosphatide. Fraktionen von Sojaöl, die durch fraktionierte Kristallisation gewonnen wurden, werden ebenfalls unter diesen Code eingereiht, sofern sie nicht chemisch modifiziert wurden. Raffiniertes Sojaöl wird als Speiseöl, Margarinezutat und Rohstoff in der Lebensmittelindustrie verwendet. Für die Zollklassifizierung ist entscheidend, dass das Erzeugnis eine über die Entschleimung hinausgehende Raffination erfahren hat.

Regulatorische Anforderungen und EUDR

Raffiniertes Sojaöl, das in die EU eingeführt wird, unterliegt der EUDR-Verordnung (EU) 2023/1115 über entwaldungsfreie Produkte. Die Pflicht zur Abgabe einer Sorgfaltserklärung gilt sowohl für rohes als auch für raffiniertes Öl – der Importeur muss nachweisen, dass die Sojabohnen von Flächen stammen, die nach dem 31. Dezember 2020 nicht entwaldet wurden. Hinsichtlich der Lebensmittelsicherheit muss das raffinierte Öl die Kontaminantenstandards der Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 erfüllen. Die Verbraucheretikettierung wird durch die Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 geregelt, die die Deklaration von Soja als Allergen vorschreibt. Raffiniertes Sojaöl kann auch als Zutat in Bio-Lebensmitteln verwendet werden, was eine zusätzliche Zertifizierung gemäß Verordnung (EU) 2018/848 erfordert.

Handel und Zollverfahren im Jahr 2026

Bei der Einfuhr von raffiniertem Sojaöl in die EU im Jahr 2026 muss die Zollanmeldung den KN-Code 150790 und die EUDR-Referenznummer enthalten. Die Dokumentation sollte ein Analysezertifikat umfassen, das die Qualitätsparameter des raffinierten Öls bestätigt, darunter Säurezahl, Farbe, Feuchtigkeitsgehalt und Fettsäureprofil. Präferenzielle Zollsätze können im Rahmen von EU-Handelsabkommen mit Sojaexportländern wie Brasilien, Argentinien und den USA verfügbar sein. Für Öl, das zur Biodieselproduktion bestimmt ist, gelten die Nachhaltigkeitsanforderungen der RED-III-Richtlinie. Sojaöl wird typischerweise in Seetankern oder Flexitank-Containern transportiert, was die Einhaltung von Sauberkeits- und Transporthygienestandards erfordert.

Einfuhr von raffiniertem Sojaöl unter KN 1507 90

Raffiniertes Sojaöl wird unter dem KN-Code 1507 90 eingereiht und unterliegt einem konventionellen Zollsatz von 6,4%. Bei der Einfuhr aus Drittländern sind die lebensmittelrechtlichen Vorschriften der EU zu beachten, insbesondere die Verordnung (EG) Nr. 178/2002. GVO-kennzeichnungspflichtige Öle müssen entsprechend der Verordnung (EG) Nr. 1829/2003 deklariert werden. Die Zollanmeldung erfolgt über das ATLAS-System, die EUSt beträgt 7% für Speiseöle.

Häufig gestellte Fragen

Wie unterscheidet man rohes von raffiniertem Sojaöl bei der Zollklassifizierung?
Rohes Öl, einschließlich entschleimtes Öl, wird unter 150710 eingereiht, während Öl, das eine über die Entschleimung hinausgehende Raffination durchlaufen hat, wie Neutralisation, Bleichung und Desodorierung, unter 150790 eingereiht wird. Entscheidend ist der Verarbeitungsgrad, bestätigt durch ein Analysezertifikat mit den Qualitätsparametern des Öls.
Unterliegt raffiniertes Sojaöl den EUDR-Anforderungen?
Ja. Die Verordnung (EU) 2023/1115 erfasst Sojaöl unabhängig vom Verarbeitungsgrad. Der Importeur muss eine Sorgfaltserklärung abgeben, die bestätigt, dass der Sojarohstoff nicht von nach dem 31. Dezember 2020 entwaldeten Flächen stammt. Ohne diese Erklärung kann das Produkt nicht legal auf den EU-Markt gebracht werden.
Welche Kennzeichnungsanforderungen gelten für Sojaöl in der EU?
Sojaöl für Verbraucher muss gemäß Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 gekennzeichnet werden. Soja muss als Allergen deklariert werden, Nährwertinformationen sind anzugeben, ebenso wie das Herkunftsland oder der Herstellungsort und Lagerbedingungen. Das Etikett muss in der Amtssprache des Verkaufslandes verfasst sein.
Welche Zollsätze gelten für raffiniertes Sojaöl KN 1507 90?
Für raffiniertes Sojaöl unter KN 1507 90 gilt ein konventioneller Zollsatz von 6,4%. Präferenzielle Sätze können im Rahmen von EU-Freihandelsabkommen gelten. Zusätzlich fällt die Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) von 7% an.