68030000
WAREN AUS STEINEN, GIPS, ZEMENT, ASBEST, GLIMMER ODER ÄHNLICHEN STOFFEN
Bearbeiteter Schiefer und Waren aus Schiefer oder Pressschiefer
Definition und Einreihungsbereich des KN-Codes 680300
Der KN-Code 680300 erfasst bearbeiteten Naturschiefer sowie Waren aus Naturschiefer oder agglomeriertem Schiefer. Naturschiefer ist ein metamorphes Gestein, das sich durch eine ausgeprägte Foliation auszeichnet — die Fähigkeit, auf natürliche Weise in dünne, parallele Schichten zu spalten — was ihn für die Herstellung von Dachabdeckungselementen, Gebäudeverkleidungen und Gebrauchsgegenständen besonders wertvoll macht. Zu den in dieser Position einzureihenden Erzeugnissen gehören vor allem: Dachplatten aus Schiefer, Schul- und Werbetafeln, Boden- und Wandfliesen, Fensterbänke, Arbeitsplatten, Sockelleisten, Grabmalelemente sowie alle sonstigen Erzeugnisse aus Naturschiefer oder agglomeriertem Schiefer (mit Bindemittel gepresster Schiefer). Es ist wichtig, diesen Code von lediglich gesägten oder geschnittenen Schieferplatten zu unterscheiden — diese werden in Kapitel 68 unter die entsprechende Unterposition 6802 (z.B. 6802 99) eingereiht. Code 680300 gilt für fertige oder halbfertige Erzeugnisse, die einer Weiterbearbeitung unterzogen wurden, wie das Zuschneiden auf Form, das Bohren von Löchern, das Profilieren von Kanten, das Schleifen oder die Imprägnierung. Die Einreihung erfolgt gemäß den Allgemeinen Vorschriften für die Auslegung der KN, wobei die HS-Erläuterungen und die Anmerkungen zu Kapitel 68 der KN die Grenzen der Position präzisieren.
Rechtliche Anforderungen bei der Einfuhr — BauPVO, EN-Normen und Kennzeichnung
Die Einfuhr von bearbeitetem Naturschiefer und Schieferwaren des KN-Codes 680300 in die Europäische Union unterliegt dem Zollkodex der Union (Verordnung (EU) Nr. 952/2013). Der Importeur muss über eine gültige EORI-Nummer verfügen und eine Zollanmeldung mit dem korrekten KN-Code einreichen. Schiefererzeugnisse für Bauzwecke unterliegen der Bauprodukteverordnung (BauPVO, EU-Verordnung 305/2011). Dachplatten aus Schiefer fallen in den Anwendungsbereich der harmonisierten Norm EN 12326-1 (Schiefer und Steine für diskontinuierliche Dachabdeckungen und Wandbekleidungen — Teil 1: Produktspezifikation), was bedeutet, dass ein Hersteller oder Importeur, der solche Erzeugnisse auf dem EU-Markt in Verkehr bringt, verpflichtet ist, eine Leistungserklärung zu erstellen und eine CE-Kennzeichnung anzubringen. EN 12326-1 legt Anforderungen an Wasseraufnahme, Frost-Tau-Wechsel-Beständigkeit, Biegezugfestigkeit und Carbonatgehalt fest. Schultafeln können gesonderten technischen Anforderungen oder Sicherheitsnormen unterliegen. Schieferfliesen für Böden können in den Anwendungsbereich der EN 1341 fallen. Die Importdokumentation sollte eine Handelsrechnung mit Beschreibung der Schieferart, des Bearbeitungsverfahrens und der beabsichtigten Verwendung, ein Beförderungsdokument und eine Packliste umfassen. Präferenzielle Zollsätze erfordern einen gültigen Ursprungsnachweis des Exportlands.
Zollsätze, Marktüberblick und wichtigste Lieferanten in die EU
Die MFN-Zollsätze für Waren des KN-Codes 680300 sind in der aktuellen TARIC-Datenbank der Europäischen Kommission zu überprüfen. Die wichtigsten globalen Produzenten und Exporteure von Naturschiefer sind China, Brasilien, Spanien (Galicischer Schiefer), Portugal, Indien und das Vereinigte Königreich. Präferenzielle Zollsätze können im Rahmen von EU-Freihandelsabkommen, darunter das EU-Vietnam-FHA (EVFTA), das EU-Indien-FHA (nach Ratifizierung), dem APS und autonomen Zollaussetzungen verfügbar sein — Voraussetzung ist die Einhaltung der Ursprungsregeln und die Vorlage eines gültigen Ursprungsnachweises. Der Importeur sollte in TARIC prüfen, ob gegenüber dem Ursprungsland Antidumping- oder Ausgleichsmaßnahmen gelten. Einfuhren aus Russland und Belarus können EU-sanktionsbedingten Beschränkungen unterliegen. Der europäische Markt für Natursteinerzeugnisse aus Schiefer ist durch wachsendes architektonisches Interesse an Schiefer im energieeffizienten Bauwesen und bei der Renovierung historischer Gebäude geprägt. Bei der Einfuhr wird die im jeweiligen Mitgliedstaat geltende Mehrwertsteuer erhoben. Alle Zollsätze und Handelsmaßnahmen sind vor jeder Einfuhrtransaktion in TARIC zu überprüfen.
Bearbeiteter Naturschiefer — KN 6803 00
Bearbeiteter Naturschiefer für Dachdeckung, Tafeln und Bodenplatten unter KN 6803 00 hat einen Regelzollsatz von 0%. Dachschiefer hauptsächlich aus Spanien. CE-Kennzeichnung für Dachprodukte erforderlich.
Häufig gestellte Fragen
Unterliegen Dachplatten aus Schiefer einer CE-Kennzeichnungspflicht bei der Einfuhr in die EU?
Ja, Dachplatten und Natursteinplatten aus Schiefer, die als diskontinuierliche Dachabdeckungen verwendet werden, fallen in den Anwendungsbereich der harmonisierten Norm EN 12326-1 und unterliegen der CE-Kennzeichnungspflicht gemäß BauPVO. Ein Hersteller oder Importeur, der solche Erzeugnisse auf dem EU-Markt in Verkehr bringt, ist verpflichtet, eine Leistungserklärung zu erstellen, die die in der Norm festgelegten Produktparameter angibt: Wasseraufnahme, Biegezugfestigkeit, Frost-Tau-Wechsel-Beständigkeit und Carbonatgehalt. Das Fehlen der CE-Kennzeichnung bei normgeregelten Produkten kann zur Zurückweisung der Ware durch Marktüberwachungsbehörden führen. Eine Konsultation der zuständigen notifizierten Stelle vor dem ersten Import ist empfehlenswert.
Wie sind Schiefererzeugnisse korrekt einzureihen — 680300 oder 6802 99?
KN-Code 680300 erfasst bearbeiteten Naturschiefer und Waren aus Naturschiefer oder agglomeriertem Schiefer — er gilt für fertige oder halbfertige Erzeugnisse wie Dachplatten, Tafeln, auf Form geschnittene Fliesen, Sockelleisten und Arbeitsplatten. Unterposition 6802 99 betrifft weiterbearbeiteten Baustein einschließlich Schiefer, wenn das Erzeugnis die Form einer Platte oder eines Elements für allgemeine Bauzwecke hat. Die beabsichtigte Verwendung und der Bearbeitungsgrad sind entscheidend. Eine Dachplatte aus Schiefer ist ein fertiges Erzeugnis und fällt unter 680300; eine Schieferplatte, die lediglich auf Maß gesägt, aber nicht weiter geformt wurde, wird grundsätzlich unter 6802 eingereiht. Im Zweifelsfall wird die Einholung einer VZTA empfohlen.
Aus welchen Ländern wird Dachschiefer in die Europäische Union eingeführt?
Die wichtigsten Lieferanten von Dachschiefer auf dem europäischen Markt sind China (dominierend nach Volumen), Brasilien, Spanien (Galicischer Schiefer aus der Region Galicien, als Premiumqualität angesehen), Portugal und Indien. Zu den bedeutenden europäischen Erzeugern gehören Spanien, Portugal, Frankreich (Anjou-Schiefer) und das Vereinigte Königreich (Walisischer Schiefer mit UNESCO-Welterbestatus). Das Ursprungsland ist bedeutsam für die Feststellung der anwendbaren Zollsätze und etwaiger Zollpräferenzen aus EU-Handelsabkommen. Europäischer Schiefer, insbesondere spanischer und portugiesischer, genießt im Premiumdachsegment einen ausgezeichneten Ruf in Bezug auf Qualität und Haltbarkeit. Eine korrekte Ursprungsbestimmung und vollständige Dokumentation ist für die ordnungsgemäße Abwicklung der Einfuhr unerlässlich.
Wie hoch ist der Zollsatz für Dachschiefer KN 6803 00?
Bearbeiteter Schiefer KN 6803 00: Regelzollsatz 0%. CE-Kennzeichnung erforderlich. EUSt: 19%.
Nützliche Tools & Ressourcen
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