27040000
MINERALISCHE BRENNSTOFFE, MINERALÖLE UND ERZEUGNISSE IHRER DESTILLATION; BITUMINÖSE STOFFE; MINERALWACHSE
Koks und Schwelkoks, aus Steinkohle, Braunkohle oder Torf, auch agglomeriert; Retortenkohle
Untercodes (3)
Klassifizierungsumfang des KN-Codes 270400
Der KN-Code 2704 00 umfasst Koks und Halbkoks aus Steinkohle, Braunkohle oder Torf, auch agglomeriert, sowie Retortenkohle. Koks entsteht durch Verkokung von Steinkohle bei Temperaturen über 1000°C, wobei flüchtige Bestandteile entfernt werden und ein Material mit hohem elementarem Kohlenstoffgehalt zurückbleibt. Halbkoks wird bei niedrigeren Temperaturen hergestellt und behält einen höheren Anteil flüchtiger Bestandteile. Retortenkohle ist ein harter kohlenstoffhaltiger Belag, der sich an den Wänden von Retorten bei der Stadtgasherstellung bildet. Die Einreihung unter diesen Code erfordert die Abgrenzung vom Petrolkoks (Code 2713), der aus der Erdölraffination stammt. Hochwertigster Hüttenkoks wird hauptsächlich in der Eisenverhüttung als Reduktionsmittel in Hochöfen eingesetzt. Gießereikoks und Heizkoks haben andere industrielle und energetische Anwendungen. Wichtige Klassifizierungsparameter sind Aschegehalt, Schwefelgehalt, Feuchtigkeitsgehalt und mechanische Festigkeitskennwerte.
Einfuhrvorschriften für Koks und Halbkoks
Die Einfuhr von Koks und Halbkoks in die EU unterliegt zoll-, verbrauchsteuer- und umweltrechtlichen Vorschriften. Im Zusammenhang mit den seit 2022 geltenden Sanktionen gegen Russland unterliegt Koks russischen Ursprungs als Kohlederivat einem Einfuhrverbot. Die geltenden Zollsätze variieren je nach Warenursprung und sind in der TARIC-Datenbank zu überprüfen. Koks als fester Brennstoff unterliegt der Verbrauchsteuer gemäß der Energiesteuerrichtlinie 2003/96/EG. Das EU-Emissionshandelssystem (ETS) wirkt sich indirekt auf die Produktionskosten und den Kokshandel aus, insbesondere im Bereich der Metallurgie. Koks und Halbkoks selbst unterliegen nicht dem CBAM-Mechanismus, jedoch sind Stahlerzeugnisse, die unter Verwendung von Koks hergestellt werden, von CBAM erfasst. Für die Einfuhr sind Standardzolldokumente erforderlich, darunter eine Handelsrechnung, Beförderungspapiere wie ein Konnossement beim Seetransport und ein Ursprungszeugnis. Bei Hüttenkoks verlangen industrielle Abnehmer üblicherweise Qualitätszertifikate.
Praktische Hinweise für Koksimporteure
Der Import von Koks erfordert sorgfältige logistische Planung aufgrund des Massengutcharakters der Ladung. Die wichtigsten Bezugsquellen für Koksimporte nach Europa im Jahr 2026 sind China, Indien, Kolumbien und Australien. Der Seetransport in Massengutfrachtern ist die primäre Transportart und erfordert den Zugang zu Häfen mit geeigneter Umschlaginfrastruktur. Bei Vertragsverhandlungen sind die Qualitätsparameter des Kokses präzise festzulegen, insbesondere Aschegehalt, Schwefelgehalt, Feuchtigkeitsgehalt, Körnung sowie die mechanischen Festigkeitskennwerte CSR und CRI für Hüttenkoks. Abweichungen bei den Parametern können sowohl die tarifliche Einreihung als auch die Eignung für den vorgesehenen Verwendungszweck beeinflussen. Importeure sollten Lagerkosten einplanen, da Koks vor Niederschlägen geschützt werden muss. Die Registrierung im Verbrauchsteuersystem ist für Unternehmen, die Koks als Brennstoff in den Verkehr bringen, obligatorisch. Ein Zolllagerverfahren kann die Liquiditätsplanung bei großen Importmengen optimieren.
Koks KN 2704 00 importieren
Koks unter KN 2704 00 ist zollfrei (0%). Im Eisenhüttenwesen verwendet. Russische Importe sind sanktioniert. Die EUSt beträgt 19%.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Koks unter KN 270400 und Petrolkoks unter 271312?
Koks unter dem KN-Code 2704 00 wird durch Verkokung von Steinkohle, Braunkohle oder Torf bei hohen Temperaturen hergestellt. Er ist ein Produkt der Kokereiwirtschaft und wird hauptsächlich in der Eisen- und Stahlverhüttung eingesetzt. Petrolkoks unter dem KN-Code 2713 12 ist ein Nebenprodukt der Erdölraffination, das im Cracking-Verfahren entsteht. Er hat eine andere chemische Zusammensetzung, typischerweise höheren Kohlenstoffgehalt und niedrigeren Aschegehalt.
Unterliegt Koks bei der Einfuhr in die EU der Verbrauchsteuer?
Ja, Koks als fester Brennstoff unterliegt der Verbrauchsteuer in der EU. Die Steuerpflicht entsteht bei der Überführung des Kokses in den freien Verkehr im jeweiligen Mitgliedstaat. Die Verbrauchsteuersätze werden auf Basis des Heizwertes in Gigajoule berechnet, gemäß der Energiesteuerrichtlinie 2003/96/EG. Das einführende Unternehmen muss über die entsprechende verbrauchsteuerliche Registrierung verfügen. Befreiungen können für bestimmte Kategorien von Verwendern gelten.
Woher kann Koks nach Einführung der Russland-Sanktionen bezogen werden?
Nach den EU-Sanktionen gegen russische Kohle und deren Derivate sind die wichtigsten alternativen Kokslieferanten für den europäischen Markt China, Indien, Australien, Kolumbien und Mosambik. Die chinesischen Exporte dominieren volumenmäßig. Bei der Lieferantenauswahl sind Seefrachkosten, Lieferzeiten und Koksqualitätsparameter zu berücksichtigen. Veränderte Beschaffungswege können zu höheren Transportkosten und längeren Lieferzeiten im Vergleich zu früheren russischen Lieferungen führen.
Ist Koks KN 2704 00 zollfrei?
Ja, Koks KN 2704 00 ist zollfrei (0%). Russische Importe sind sanktioniert.
Nützliche Tools & Ressourcen
Zollrechner
Zoll- & MwSt.-RechnerBerechnen Sie Zoll und MwSt. für „Koks und Schwelkoks, aus Steinkohle, Braunkohle oder Torf, auch agglomeriert; Retortenkohle“ und sehen Sie die gesamten Importkosten.Import-RentabilitätsrechnerPrüfen Sie die Rentabilität des Imports von „Koks und Schwelkoks, aus Steinkohle, Braunkohle oder Torf, auch agglomeriert; Retortenkohle“ unter Berücksichtigung aller Kosten.
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