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62014000
KLEIDUNG UND BEKLEIDUNGSZUBEHÖR, AUSGENOMMEN AUS GEWIRKEN ODER GESTRICKENMäntel, Umhänge, Anoraks (einschließlich Skijacken), Windjacken und ähnliche Waren, für Männer oder Knaben, andere als solche der Position 6203

Mäntel, Umhänge, Anoraks (einschließlich Skijacken), Windjacken und ähnliche Waren, für Männer oder Knaben, andere als solche der Position 6203, aus Chemiefasern

Merkmale und zolltarifliche Einreihung des KN-Codes 620140

Der KN-Code 620140 umfasst Mäntel, Umhänge und ähnliche Waren für Herren und Knaben aus künstlichen Fasern, ausgenommen gewirkte oder gestrickte Erzeugnisse. Künstliche Fasern (Chemiefasern aus natürlichen Polymeren) unterscheiden sich von synthetischen Fasern - sie werden aus verarbeiteten Naturpolymeren, hauptsächlich Cellulose, hergestellt. Zu dieser Gruppe gehören Viskose, Modal, Lyocell (Tencel), Celluloseacetat und Cupro. Die Einreihung erfordert, dass die künstliche Faser den gewichtsmäßig vorherrschenden Bestandteil der Außenschicht darstellt. Mäntel aus Mischungen, bei denen Viskose oder Lyocell mehr als 50 Prozent des Außengewebes ausmachen, werden unter 620140 eingereiht. Diese Erzeugnisse zeichnen sich durch einen besonderen Griff, hygroskopische Eigenschaften und einen guten Fall aus.

Kennzeichnungsanforderungen und Sicherheitsvorschriften

Mäntel aus künstlichen Fasern erfordern eine präzise Kennzeichnung der Faserzusammensetzung. Die Verordnung (EU) Nr. 1007/2011 definiert die Bezeichnungen der einzelnen künstlichen Fasern - der Hersteller muss Begriffe wie Viskose, Modal, Lyocell oder Celluloseacetat verwenden und nicht Handelsnamen wie Tencel. Der prozentuale Faseranteil wird mit einer Toleranz von bis zu 3 Gewichtsprozent angegeben. Im Bereich der chemischen Sicherheit gelten die REACH-Anforderungen, insbesondere die Beschränkungen für Formaldehyd, das bei der Ausrüstung von Cellulosestoffen verwendet wird, die besonders anfällig für Formaldehydharz-Behandlungen sind. Auch der Schwermetallgehalt in Reaktivfarbstoffen, die üblicherweise zum Färben von Viskose verwendet werden, wird kontrolliert. Die GPSR verpflichtet zur Rückverfolgbarkeit und Risikobewertung durch Wirtschaftsakteure.

Einfuhr, Ursprungsregeln und internationaler Handel

Die Einfuhr von Mänteln aus künstlichen Fasern in die EU folgt den Standardzollverfahren für Bekleidung des Kapitels 62. Die Ursprungsregeln erfordern eine doppelte Umwandlung - das Spinnen und die Konfektionierung müssen im Begünstigtenland stattfinden. Die korrekte Unterscheidung zwischen künstlichen und synthetischen Fasern ist entscheidend, da Fehler zu Fehleinreihungen und möglichen Sanktionen führen. Die Zollbehörden können Laboranalysen von Gewebeproben durchführen, um den Fasertyp zu bestätigen. Viskose und Lyocell werden hauptsächlich in Asien produziert, wobei China, Indien und Indonesien die wichtigsten Exporteure sind. Bei Einfuhren aus diesen Ländern sollte die Verfügbarkeit von Zollpräferenzen im Rahmen des APS oder bilateraler Handelsabkommen geprüft werden. Die Einfuhrdokumentation sollte Materialspezifikationen mit Angabe von Art und Anteil der künstlichen Fasern enthalten.

Gewebte Mäntel - Einfuhranforderungen KN 6201 40

Gewebte Mäntel unter KN-Code 6201 40 in Kapitel 62 umfassen Kleidungsstücke aus gewebten Stoffen, im Unterschied zu Strickwaren aus Kapitel 61. Importeure müssen das vorherrschende Material korrekt angeben - Baumwolle, synthetische oder künstliche Fasern bestimmen die Unterposition und den Zollsatz. Bei gefütterten Mänteln dient der Oberstoff als Einreihungskriterium. Mischgewebe werden nach der Faser mit dem größten Gewichtsanteil eingereiht.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen künstlichen und synthetischen Fasern bei der Zolleinreihung?
Künstliche Fasern werden aus natürlichen Polymeren, hauptsächlich Cellulose, hergestellt - dazu gehören Viskose, Modal und Lyocell. Synthetische Fasern werden aus petrochemischen Polymeren erzeugt - Polyester, Nylon, Acryl. Die Unterscheidung ist entscheidend, da sie den KN-Code bestimmt: 620140 für künstliche, 620130 für synthetische Fasern.
Wird ein Lyocell-Mantel (Tencel) unter Code 620140 eingereiht?
Ja. Lyocell ist eine künstliche Cellulosefaser, die aus gelöster Holzcellulose hergestellt wird. Während Hersteller den Handelsnamen Tencel kommerziell verwenden dürfen, müssen Zolldokumente und Faserzusammensetzungsetiketten die generische Faserbezeichnung - Lyocell - gemäß Verordnung (EU) Nr. 1007/2011 verwenden.
Gelten besondere chemische Beschränkungen für Viskose-Erzeugnisse?
Viskosegewebe sind besonders anfällig für Formaldehydharz-Ausrüstungen. REACH legt Formaldehyd-Grenzwerte für Bekleidung mit Hautkontakt fest. Zudem unterliegen Reaktivfarbstoffe für Viskose Beschränkungen hinsichtlich aromatischer Amine. Importeure sollten Laborprüfberichte zum Nachweis der Konformität vorhalten.
Wie hoch ist der Zollsatz für gewebte Mäntel KN 6201 40?
Der MFN-Zollsatz für gewebte Mäntel KN 6201 40 beträgt in der Regel 12% des Zollwerts. Präferenzabkommen (EVFTA, CETA, GSP) können den Satz senken. Einfuhren aus LDCs unter EBA sind zollfrei. Die EUSt wird auf Zollwert plus Zoll berechnet.