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ORGANISCHE CHEMISCHE ERZEUGNISSEHeterocyclic Verbindungen with Stickstoff hetero-atom(s) only

Heterocyclic Verbindungen with Stickstoff hetero-atom(s) only, Verbindungen containing an unfused imidazole ring (auch hydrogenated) in the structure, andere

Warenumfang und wichtigste Stoffe der Unterposition 293329

Die KN-Unterposition 293329 erfasst sonstige heterocyclische Verbindungen mit einem nicht kondensierten Imidazolring, die nicht in den Unterpositionen 293321 bis 293328 eingereiht sind. Der Imidazolring (1,3-Diazol) ist ein fünfgliedriges aromatisches System mit zwei Stickstoffatomen, das sich durch amphotere Eigenschaften auszeichnet - die Fähigkeit, sowohl als Säure als auch als Base zu wirken. Zu den wichtigsten Stoffen dieser Gruppe zählen: Imidazol (CAS 288-32-4) - ein pharmazeutischer Grundbaustein und Katalysator in der organischen Synthese; Histamin (CAS 51-45-6) - ein endogenes biogenes Amin als Mediator allergischer Reaktionen, Magensäuresekretion und Entzündungsprozesse; Clotrimazol (CAS 23593-75-1) - ein synthetisches Imidazol-Antimykotikum zur Behandlung von Haut- und Schleimhautinfektionen; sowie Bifonazol, Fenticonazol und andere Azol-Wirkstoffe. Imidazol ist ein wichtiges Strukturmotiv in der Wirkstoffentwicklung, Agrochemie, Tensidchemie und Polymerchemie. Histamin entsteht durch bakterielle Decarboxylierung von Histidin in Lebensmitteln und dient als Frischeindikator bei Fischereierzeugnissen. Clotrimazol ist der Wirkstoff weit verbreiteter rezeptfreier Dermatologika und Gynäkologika. Die Einreihung in Unterposition 293329 setzt voraus, dass der Imidazolring in nicht kondensierter Form das wesentliche Strukturmerkmal darstellt. Gemische mehrerer Imidazolsubstanzen sind nicht in Kapitel 29 KN einzureihen.

REACH- und CLP-Pflichten beim Import von Imidazolverbindungen

Unter Unterposition 293329 einzureihende Stoffe unterliegen der REACH-Verordnung (EG) Nr. 1907/2006. Imidazol, das in Mengen über einer Tonne pro Jahr importiert wird, muss bei der ECHA registriert sein; eine aktive Registrierung im betreffenden SIEF besteht. Gemäß CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 ist Imidazol als reproduktionstoxisch Kategorie 1B (H360D) - kann das ungeborene Kind schädigen - sowie als gesundheitsschädlich bei Verschlucken (H302) und als entzündbarer Feststoff (H228) eingestuft. Es wurde von der ECHA aufgrund der Reproduktionstoxizität in die SVHC-Kandidatenliste aufgenommen; eine künftige Zulassungspflicht nach REACH-Anhang XIV ist nicht auszuschließen und sollte von Importeuren proaktiv verfolgt werden. Clotrimazol als pharmazeutischer Wirkstoff darf nur von Unternehmen importiert werden, die über entsprechende pharmazeutische Herstellungs- oder Großhandelsgenehmigungen nach Richtlinie 2001/83/EG und Verordnung (EG) Nr. 726/2004 verfügen. Histamin für Diagnostik oder Forschung unterliegt der standardmäßigen REACH-Registrierung und erfordert angemessene toxikologische Dokumentation. SDB für alle Stoffe sind gemäß Anhang II der Verordnung (EU) 2020/878 zu erstellen und professionellen Empfängern vor der ersten Lieferung zu übergeben.

Zolldokumentation und Einfuhranforderungen für KN 293329

Die Einfuhr unter Unterposition 293329 erfordert eine korrekte Zollanmeldung mit dem 8-stelligen TARIC-Code sowie eine gültige EORI-Nummer. Die Dokumentation umfasst: Handelsrechnung mit vollständigem chemischen Namen (IUPAC oder gebräuchliche Bezeichnung), CAS- und EC-Nummer, technische Spezifikation oder Analysezertifikat (CoA) mit deklarierter Reinheit, Sicherheitsdatenblatt (SDB) in der Sprache des Einfuhrlandes, Beförderungspapier sowie Packliste. Imidazol ist entzündlich und reizend, was eine Einstufung als Gefahrgut ADR-Klasse 4.1 oder 6.1 je nach Aggregatzustand und physikochemischen Eigenschaften erfordert. Clotrimazol und andere Stoffe mit pharmakologischer Wirkung können einer zusätzlichen Grenzkontrolle durch die Pharmazieaufsicht oder das Bundesamt für Verbraucherschutz unterliegen. Aktuelle MFN-Zollsätze, etwaige Antidumpingmaßnahmen und Präferenzen aus EU-Handelsabkommen sind vor der Anmeldung in der TARIC-Datenbank zu prüfen; für Präferenzzölle ist ein EUR.1-Warenverkehrszeugnis oder eine Lieferantenerklärung auf der Rechnung beizufügen. Der SVHC-Status von Imidazol verpflichtet Importeure von Erzeugnissen mit einem Gehalt über 0,1 % zur Weitergabe von Informationen zur sicheren Verwendung auf Anfrage. Handelsdokumente und REACH-Unterlagen sind mindestens drei Jahre aufzubewahren.

Chemikaliensicherheit und SDS-Anforderungen

Organische Stoffe unter KN-Code 2933 29 (Sonstige Verbindungen mit Imidazolring) erfordern detaillierte chemische Dokumentation für die Zollabfertigung. Das Sicherheitsdatenblatt muss REACH Anhang II entsprechen. Als gefährlich eingestufte Stoffe nach CLP erfordern eine GHS-Piktogrammkennzeichnung. Der Transport folgt ADR- (Straße) oder IMDG-Vorschriften (See). Einige organische Stoffe können als Dual-Use-Güter der Exportkontrolle unterliegen. Importeure sollten prüfen, ob der Stoff eine REACH-Zulassung (Anhang XIV) erfordert oder Beschränkungen unterliegt (Anhang XVII).

Häufig gestellte Fragen

Ist Imidazol ein SVHC-Stoff und welche Pflichten ergeben sich daraus?
Ja. Imidazol (CAS 288-32-4) wurde von der ECHA als reproduktionstoxisch Kategorie 1B (H360D) in die SVHC-Kandidatenliste aufgenommen. Importeure von Erzeugnissen, die Imidazol in einer Konzentration über 0,1 % enthalten, müssen Empfängern oder Verbrauchern auf Anfrage Informationen zur sicheren Verwendung übermitteln. Hersteller und Importeure von Stoffen oder Gemischen sind ab einer Tonne pro Jahr zur REACH-Registrierung und zur Bereitstellung eines SDB mit erweiterten Expositionsszenarien verpflichtet. Importeure sollten ECHA-Aktualisierungen verfolgen, da Imidazol künftig in Anhang XIV aufgenommen werden könnte, was eine obligatorische Zulassung vor dem weiteren Inverkehrbringen auslösen würde.
Welche Anforderungen gelten beim Import von Clotrimazol als Arzneistoff?
Clotrimazol (CAS 23593-75-1), das als pharmazeutischer Wirkstoff eingeführt wird, unterliegt sowohl REACH als auch dem EU-Arzneimittelrecht. Der Importeur muss über ein GMP-Zertifikat (Gute Herstellungspraxis) verfügen oder einen zertifizierten Hersteller beauftragen. Der Wirkstoff darf nur von registrierten pharmazeutischen Importeuren gemäß Richtlinie 2001/83/EG und Delegierter Verordnung (EU) 2017/1569 eingeführt werden. Ein Analysezertifikat entsprechend den Anforderungen des Europäischen Arzneibuches ist bei jeder Lieferung erforderlich. Zollbehörden können GMP-Unterlagen bei der Grenzkontrolle prüfen; Abweichungen zwischen deklariertem Verwendungszweck und regulatorischem Status können zur Festhaltung der Sendung führen.
Warum ist Histamin unter KN 293329 für den Handel mit Fischereierzeugnissen relevant?
Histamin (CAS 51-45-6) ist ein biogenes Amin, das durch bakterielle Decarboxylierung von Histidin in Fischgewebe bei unzureichender Kühlung entsteht. Die Verordnung (EG) Nr. 2073/2005 über mikrobiologische Kriterien legt Höchstgehalte für Histamin in Fischereierzeugnissen fest - in der Regel 100 bis 200 mg/kg je nach Art und Verarbeitungsmethode. Die Einfuhr von Histamin als chemisch reinem Stoff für Diagnosezwecke oder als Kalibrierstandard erfolgt unter einem separaten Zollverfahren (KN 293329) und ist von den lebensmittelsicherheitsrechtlichen Kontrollen für Fischereierzeugnisse getrennt zu betrachten. Importeure der reinen Substanz müssen den Verwendungszweck in der Zollanmeldung klar deklarieren, um Verwechslungen mit Lebensmittelkontrollen zu vermeiden.
Wie klassifiziert man Sonstige Verbindungen mit Imidazolring im Zolltarif 2933 29?
Die Klassifizierung von Sonstige Verbindungen mit Imidazolring unter KN-Code 2933 29 basiert auf der chemischen Struktur und den funktionellen Gruppen. Im Zweifelsfall kann eine verbindliche Zolltarifauskunft (vZTA) beim Hauptzollamt beantragt wer...