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ZUGMASCHINEN, KRAFTFAHRZEUGE, KRAFTRÄDER, FAHRRÄDER UND ANDERE NICHT SCHIENENGEBUNDENE LANDFAHRZEUGE, TEILE UND ZUBEHÖR DAVONKraftfahrzeuge zum Befördern von zehn oder mehr Personen, einschließlich Fahrer

Kraftfahrzeuge zum Befördern von zehn oder mehr Personen, einschließlich Fahrer, mit Fremdzündungs-Kolbenverbrennungsmotor und Elektromotor als Antriebsmotoren

Busse mit Fremdzündungsmotor KN-Code 8702 30

Der KN-Code 8702 30 umfasst Busse mit Fremdzündungsmotor (Benzin oder Gas – CNG, LNG, LPG) zur Beförderung von zehn oder mehr Personen einschließlich Fahrer. In der Praxis wird dieses Segment von Bussen mit Druckerdgas (CNG) dominiert, die eine beliebte Alternative zu Dieselbussen im Stadtverkehr darstellen und geringere Partikel- und Stickoxidemissionen bieten. CNG-Busse sind mit methanbetriebenen Fremdzündungsmotoren ausgestattet, mit Druckbehältern auf dem Dach oder unter dem Boden. Diese Motoren müssen die Euro-VI-Abgasnorm erfüllen, und die Druckbehälter unterliegen der UNECE-Regelung Nr. 110 für CNG- und LNG-betriebene Fahrzeuge. Die Bustypgenehmigung erfolgt gemäß Verordnung (EU) 2018/858, und der Aufbau muss Regelung Nr. 107 entsprechen. Im Jahr 2026 gelten CNG-Busse als Übergangslösung – sie bieten niedrigere CO2-Emissionen als Diesel, erfüllen aber nicht das Nullemissionskriterium.

Zollrechtliche Einfuhranforderungen für Gasbusse

Bei der Einfuhr von Bussen mit Fremdzündungsmotor (KN 8702 30) aus Drittländern gelten Standardzollverfahren. Der Importeur legt Handelsrechnung, Transportdokument, Zollwertanmeldung und Ursprungsnachweis vor. Zollsätze hängen vom Ursprungsland ab und sind in TARIC/ISZTAR4 zu prüfen. Busse unterliegen nicht der Verbrauchsteuer. Die Mehrwertsteuer wird auf den Zollwert zuzüglich Zoll erhoben. Das Fahrzeug muss eine EU-Typgenehmigung besitzen, einschließlich der Genehmigung der CNG/LNG-Druckbehälter gemäß UNECE-Regelung Nr. 110. Der Transport von Bussen mit CNG-Druckbehältern erfordert die Beachtung der ADR-Vorschriften für Fahrzeuge mit Gasanlagen. Die Zulassung eines Gasbusses in Polen erfordert eine technische Untersuchung mit besonderen Anforderungen für Fahrzeuge mit Gasanlage, einschließlich Systemdichtheit und Behälterzustand. Für den öffentlichen Verkehr importierte Gasbusse können zusätzlichen Anforderungen aus Verkehrsleistungsverträgen unterliegen.

CNG/LNG-Technologie bei Bussen und Marktaussichten

Mit Druckerdgas (CNG) betriebene Busse bilden ein wichtiges Segment des Busmarktes mit Fremdzündungsmotor (KN 8702 30) in Europa. Führende Hersteller – Solaris (Urbino CNG), Iveco (Crossway LE CNG), MAN (Lion's City CNG), Mercedes-Benz (Citaro NGT) und Scania – bieten Modelle an, die höchste Emissions- und Sicherheitsstandards erfüllen. Vorteile des CNG-Antriebs sind geringere Partikel- und NOx-Emissionen als bei Diesel, niedrigerer Geräuschpegel und das Potenzial zur Nutzung von Biomethan als erneuerbarem Kraftstoff. Einschränkungen sind geringere Reichweite als bei Diesel (typisch 350-500 km), die Notwendigkeit des CNG-Tankinfrastrukturausbaus und höhere Druckbehälterkosten. Die AFIR-Verordnung verpflichtet die Mitgliedstaaten zur Bereitstellung von CNG- und LNG-Stationsnetzen entlang des TEN-V-Netzes. Die Marktaussichten für CNG-Busse hängen vom Tempo der Stadtverkehrselektrifizierung ab – in Ländern mit ausgebauter CNG-Infrastruktur können Gasbusse in den kommenden Jahren wettbewerbsfähig bleiben.

Häufig gestellte Fragen

Ist ein CNG-Bus günstiger im Betrieb als ein Dieselbus?
Die Betriebskosten eines CNG-Busses im Vergleich zu Diesel hängen von den lokalen Kraftstoffpreisen ab. CNG ist pro Energieeinheit meist günstiger als Diesel, was zu niedrigeren Kraftstoffkosten führt. Die Servicekosten sind ähnlich, wobei der Druckbehälteraustausch (alle 15-20 Jahre) eine zusätzliche Ausgabe darstellt. Die Gesamtbetriebskosten (TCO) eines CNG-Busses sind bei verfügbarem günstigem Erdgas und ausgebauter Tankinfrastruktur meist niedriger oder vergleichbar mit einem Dieselbus.
Welche Anforderungen gelten für CNG-Behälter in Bussen?
CNG-Behälter in Bussen müssen die UNECE-Regelung Nr. 110 erfüllen, die Anforderungen an Material (Stahl, Aluminium, Verbundwerkstoff), Betriebsdruck (typisch 200 bar), Festigkeitsprüfungen, Kennzeichnung und periodische Inspektionen festlegt. Behälter unterliegen einer periodischen Inspektion alle 5 Jahre und haben eine festgelegte Nutzungsdauer (15-20 Jahre je nach Typ). Der Behälteraustausch nach Ablauf der Nutzungsdauer ist unabhängig vom technischen Zustand vorgeschrieben.
Kann ein CNG-Bus mit Biomethan betrieben werden?
Ja, CNG-Busse können ohne Motormodifikationen mit Biomethan (BioCNG) betrieben werden, da Biomethan nach Aufbereitung die gleiche chemische Zusammensetzung wie Erdgas hat. Die Verwendung von Biomethan ermöglicht nahezu null CO2-Emissionen auf Lebenszyklusbasis, was im Kontext der Richtlinie über saubere Fahrzeuge und der Klimapolitik bedeutsam ist. Dies erfordert jedoch die Verfügbarkeit von Biomethan-Produktions- und -Verteilungsinfrastruktur.