Zum Hauptinhalt springen
39021000
KUNSTSTOFFE UND WAREN DARAUSPolymere des Propylens oder anderer Olefine, in Rohformen

Polymere des Propylens oder anderer Olefine, in Rohformen, Polypropylen

Produkteigenschaften und Zolltarifeinreihung

Der KN-Code 390210 umfasst Polypropylen (PP) in Primärformen. Polypropylen ist ein thermoplastisches Polymer, das durch Polymerisation von Propylen mit Ziegler-Natta- oder Metallocen-Katalysatoren hergestellt wird. PP liegt in drei stereoisomeren Formen vor: isotaktisch, syndiotaktisch und ataktisch, wobei die isotaktische Form die größte industrielle Bedeutung hat. Unter diesem Code klassifizierte Waren umfassen Propylen-Homopolymer in Form von Granulat, Pulver oder Paste. PP zeichnet sich durch geringe Dichte (ca. 0,90-0,91 g/cm3), gute Chemikalienbeständigkeit, hohen Erweichungspunkt und hervorragende Verarbeitungseigenschaften aus. Für die Zolltarifeinreihung ist die Unterscheidung zwischen Propylen-Homopolymer (Code 390210) und Propylen-Copolymeren (Codes 390230, 390290) anhand der technischen Spezifikation des Herstellers wichtig.

EU-Regulierungsanforderungen bei der Einfuhr

In die EU eingeführtes Polypropylen unterliegt der REACH-Verordnung (EG Nr. 1907/2006) hinsichtlich Monomere und Zusatzstoffe. Katalysatorrückstände im Polymer, einschließlich Titan- und Magnesiumverbindungen, sollten im technischen Datenblatt dokumentiert sein. Für den Lebensmittelkontakt bestimmtes PP muss die Verordnung (EU) Nr. 10/2011 erfüllen, einschließlich der Migrationsgrenzwerte für Monomere und Additive. Polypropylen gehört zu den am häufigsten verwendeten Polymeren in Lebensmittelverpackungen, weshalb Lebensmittelsicherheitsanforderungen von entscheidender kommerzieller Bedeutung sind. Die SUP-Richtlinie (EU) 2019/904 betrifft das Segment der PP-Einwegverpackungen. Importeure sollten die Pflichten aus der erweiterten Herstellerverantwortung EPR im Bestimmungsmitgliedstaat berücksichtigen.

Internationaler Handel und Zollverfahren

Bei der Einfuhr von Polypropylen unter dem KN-Code 390210 sollten die Zolldokumente eine technische Spezifikation umfassen, die MFI, Isotaktizität, Dichte und Handelsform abdeckt. Polypropylen ist nach Polyethylen das am zweithäufigsten produzierte Polymer weltweit mit einer Jahresproduktion von über 80 Millionen Tonnen. Die wichtigsten PP-Exporteure sind Länder des Nahen Ostens, China, Südkorea und Indien. Die Zollsätze für in die EU eingeführtes PP sind im TARIC-System zu überprüfen, da Präferenzen aus FTA-Abkommen oder dem GSP-System gelten können. PP-Einfuhren aus bestimmten Ländern können handelspolitischen Schutzmaßnahmen unterliegen. EU-Exporteure sollten die Zoll- und Regulierungsanforderungen des Bestimmungslandes prüfen, da diese erheblich von den EU-Standards abweichen können.

Eigenschaften von Polypropylen PP und Handelsanwendungen

Polypropylen PP unter KN-Code 3902 10 sind Polymere in Grundformen (Granulat, Pulver, Flüssigkeit, Block), die als Rohstoffe für die Kunststoffverarbeitung eingeführt werden. Die Einfuhr erfordert REACH-Registrierung, Sicherheitsdatenblätter und technische Spezifikationen mit Molekulargewicht, Dichte und Schmelzflussindex (MFI). Produkte für Lebensmittelkontakt müssen Verordnung (EU) 10/2011 einhalten.

Häufig gestellte Fragen

Wie unterscheidet man PP-Homopolymer von PP-Copolymer bei der Einreihung?
Propylen-Homopolymer (Code 390210) ist ein Polymer, das ausschließlich aus Propyleneinheiten besteht. Propylen-Copolymere, z.B. mit Ethylen (PP-Random oder PP-Block), werden unter den Codes 390230 oder 390290 eingereiht. Die Unterscheidung erfordert die technische Spezifikation des Herstellers mit Angabe der Polymerzusammensetzung. Im Zweifelsfall können die Zollbehörden eine Laboranalyse verlangen.
Erfordert PP für den Lebensmittelkontakt spezielle Prüfungen?
Ja. Polypropylen für den Lebensmittelkontakt muss die Anforderungen der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 erfüllen, einschließlich globaler und spezifischer Migrationsprüfungen gemäß EN-Normen. Der Hersteller ist zur Ausstellung einer Konformitätserklärung verpflichtet. Die im PP verwendeten Substanzen müssen auf der Positivliste in Anhang I der Verordnung aufgeführt sein.
Unterliegt Polypropylen dem CBAM-Mechanismus?
Nein. Polypropylen und andere Kunststoffe aus Kapitel 39 fallen nicht unter den CBAM (CO2-Grenzausgleichsmechanismus). CBAM gilt in seiner derzeitigen Form nur für Produkte aus Sektoren mit hoher CO2-Intensität wie Stahl, Aluminium, Zement, Düngemittel, Wasserstoff und Elektrizität. Kunststoffe wurden nicht in diesen Mechanismus aufgenommen.
Welche technischen Spezifikationen sind für den Import von KN 3902 10 erforderlich?
Für den Import von KN 3902 10 sind Spezifikationen erforderlich: Molekulargewicht, Dichte, MFI, Comonomerzusammensetzung. SDB und REACH-Registrierung ab 1 Tonne/Jahr sind vorgeschrieben.