Zum Hauptinhalt springen
29224200
ORGANISCHE CHEMISCHE ERZEUGNISSEOxygen-function amino-Verbindungen

Oxygen-function amino-Verbindungen, amino-Säuren, ausgenommen those containing more than one kind of oxygen function, und ihre Ester; Salze thereof, glutamic Säure und seine Salze

Klassifikationsbereich und wichtigste Stoffe

Der KN-Code 292242 erfasst Glutaminsäure (CAS 56-86-0) und ihre Salze, darunter insbesondere Mononatriumglutamat (MSG, CAS 142-47-2), Kaliumglutamat und Calciumglutamat. Glutaminsäure ist eine nicht essentielle endogene Aminosäure, die natürlich in pflanzlichen und tierischen Proteinen vorkommt, ein zentraler exzitatorischer Neurotransmitter und ein bedeutendes Stoffwechselintermediat des Tricarbonsäurezyklus. Mononatriumglutamat ist als Lebensmittelzusatzstoff E621 zugelassen und wird in der Lebensmittelindustrie als Geschmacksverstärker für den Umami-Geschmack eingesetzt – insbesondere in Fertiggerichten, Würzmitteln, verarbeiteten Lebensmitteln und Suppenpräparaten. Die Einreihung unter KN 292242 setzt voraus, dass die Anforderungen der Anmerkung 1 zu Kapitel 29 erfüllt sind – der Stoff muss chemisch definiert und rein sein. Mischungen von MSG mit Trägerstoffen, Füllstoffen oder anderen funktionellen Zutaten können eine Einreihung in Kapitel 21 oder 38 der Kombinierten Nomenklatur erfordern. Ein Analysenzertifikat, das chemische Identität, Reinheitsgrad und CAS-Nummer bestätigt, ist bei jeder Zollabfertigung vorzulegen. Für MSG in Lebensmittelanwendungen ist die Einhaltung der in der Verordnung (EU) Nr. 231/2012 festgelegten Reinheitsspezifikationen verbindlich, und entsprechende Konformitätsnachweise müssen auf Anforderung der Kontrollbehörden bereitgehalten werden.

REACH-, CLP-Anforderungen und chemische Sicherheit

In die EU eingeführte Glutaminsäure und ihre Salze unterliegen der REACH-Verordnung (EG) Nr. 1907/2006. Für Stoffe, die von einem einzelnen Importeur in Mengen von mindestens einer Tonne pro Jahr eingeführt werden, ist eine Registrierung bei der ECHA oder die Bestellung eines alleinigen Vertreters (OR) mit Sitz in der EU erforderlich. Mononatriumglutamat verfügt über eine bestehende REACH-Registrierung – Importeure müssen sicherstellen, dass das registrierte Mengensegment die geplanten Importmengen vollständig abdeckt und den Status der Registrierung regelmäßig in der ECHA-Datenbank überprüfen. Das CLP-Gefahrenprofil von Mononatriumglutamat ist gering; der Stoff wird unter üblichen Handelsbedingungen nicht als toxisch, karzinogen oder reizend eingestuft. Dennoch muss jeder Industrielieferung ein gemäß Verordnung (EU) 2020/878 erstelltes Sicherheitsdatenblatt (SDB) mit allen 16 Abschnitten beiliegen. MSG-Staub, der bei Massenhandhabungsvorgängen entsteht, kann die Atemwege reizen – geeignete persönliche Schutzausrüstung inklusive Atemschutz wird empfohlen. MSG in Lebensmittelanwendungen muss den Anforderungen der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 über Lebensmittelzusatzstoffe entsprechen, einschließlich der zugelassenen Lebensmittelkategorien und der für E621 geltenden Höchstmengen je Produktkategorie.

Praktische Hinweise für Importeure und Exporteure

Zollanmeldungen für Waren unter KN 292242 müssen angeben, ob freie Glutaminsäure (CAS 56-86-0), Mononatriumglutamat (E621, CAS 142-47-2) oder ein anderes Glutamatsalz eingeführt wird. Die erforderlichen Unterlagen umfassen ein Analysenzertifikat (CoA) des Herstellers mit CAS-Nummer, Reinheitsgrad und Beschreibung der Handelsform, ein aktuelles Sicherheitsdatenblatt (SDB) gemäß Verordnung (EU) 2020/878 sowie den Nachweis der REACH-Registrierung oder OR-Bestellung. Einfuhren von MSG für Lebensmittelanwendungen können ein Konformitätszertifikat nach JECFA- oder EU-Reinheitsspezifikationen, eine Herstellererklärung zur mikrobiologischen Qualität und Rückverfolgbarkeitsnachweise nach Verordnung (EG) Nr. 178/2002 erfordern. Exporte außerhalb der EU sollten anhand der Vorschriften des Bestimmungslandes geprüft werden – bestimmte Rechtsordnungen schreiben spezielle Kennzeichnungen vor, die auf den Einsatz von Geschmacksverstärkern hinweisen. Präferenzzölle können im Rahmen von Freihandelsabkommen oder dem GSP-System gelten – eine Überprüfung in TARIC und die ordnungsgemäße Ausstellung von Präferenzursprungsnachweisen (EUR.1, Rechnungserklärung) werden vor jeder Transaktion empfohlen. KN-Code 292242 ist achtstellig; für statistische Ausfuhrmeldungen ist der vollständige zehnstellige TARIC-Code anzugeben.

Chemikaliensicherheit und SDS-Anforderungen

Organische Stoffe unter KN-Code 2922 42 (Glutaminsäure und ihre Salze) erfordern detaillierte chemische Dokumentation für die Zollabfertigung. Das Sicherheitsdatenblatt muss REACH Anhang II entsprechen. Als gefährlich eingestufte Stoffe nach CLP erfordern eine GHS-Piktogrammkennzeichnung. Der Transport folgt ADR- (Straße) oder IMDG-Vorschriften (See). Einige organische Stoffe können als Dual-Use-Güter der Exportkontrolle unterliegen. Importeure sollten prüfen, ob der Stoff eine REACH-Zulassung (Anhang XIV) erfordert oder Beschränkungen unterliegt (Anhang XVII).

Häufig gestellte Fragen

Wird Mononatriumglutamat (MSG) stets unter KN 292242 eingereiht?
Ja, sofern MSG als chemisch reiner und definierter Stoff eingeführt wird, der die Anforderungen der Anmerkung 1 zu Kapitel 29 erfüllt. Reines Mononatriumglutamat E621 in Kristall- oder Pulverform ohne Zusätze oder Trägerstoffe wird unter KN 292242 eingereiht. Würzmischungen, die MSG neben anderen Aromatisierungsmitteln, Salz oder Füllstoffen enthalten, werden in der Regel in Kapitel 21 (z.B. Position 2103) als Soßen oder gemischte Würzmittel eingereiht, da der Charakter des Gesamterzeugnisses die Tarifklassifizierung bestimmt und nicht der Anteil des MSG-Anteils.
Welche REACH-Unterlagen sind bei der Einfuhr von Glutaminsäure in die EU erforderlich?
Der außerhalb der EU ansässige Lieferant muss über eine aktive REACH-Registrierung bei der ECHA verfügen oder einen in der EU ansässigen alleinigen Vertreter (OR) bestellen, der die Registrierungspflichten übernimmt. Jeder Industrielieferung muss ein aktuelles Sicherheitsdatenblatt (SDB) gemäß Verordnung (EU) 2020/878 mit allen 16 Abschnitten beiliegen. Die ECHA-Registrierungsnummer oder die OR-Bestellungsbestätigung muss den Zollbehörden bei der Abfertigung auf Anfrage vorgelegt werden können. Für Lebensmittelqualitäten sind zudem Konformitätsnachweise gemäß Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 bereitzuhalten.
Bedarf MSG für Lebensmittelanwendungen besonderer Einfuhrgenehmigungen?
Die Einfuhr von MSG als reiner chemischer Stoff erfordert lediglich die Einhaltung von REACH und CLP. Die Verwendung von MSG als Lebensmittelzusatzstoff E621 in fertigen Lebensmittelprodukten auf dem EU-Markt muss der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 entsprechen, die die zugelassenen Lebensmittelkategorien und anwendbaren Höchstmengen für E621 festlegt. Importeure verarbeiteter Lebensmittel mit MSG-Zusatz müssen außerdem die ordnungsgemäße Kennzeichnung des Endprodukts gemäß Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 über die Information der Verbraucher über Lebensmittel sicherstellen, die die Angabe des Geschmacksverstärkers und seiner E-Nummer vorschreibt.
Wie klassifiziert man Glutaminsäure und ihre Salze im Zolltarif 2922 42?
Die Klassifizierung von Glutaminsäure und ihre Salze unter KN-Code 2922 42 basiert auf der chemischen Struktur und den funktionellen Gruppen. Im Zweifelsfall kann eine verbindliche Zolltarifauskunft (vZTA) beim Hauptzollamt beantragt werden.