39205100
KUNSTSTOFFE UND WAREN DARAUS
Andere Platten, Blätter, Folien, Filme und Streifen, aus plastics, non-cellular und weder verstärkt, noch mit anderen Stoffen laminiert oder auf ähnliche Weise zusammengefügt oder auf einer Unterlage, aus Acryl polymers, aus poly(methyl methacrylate)
Eigenschaften von Polymethylmethacrylat-Tafeln
Der KN-Code 3920 51 umfasst Tafeln, Folien und Streifen aus Poly(methylmethacrylat) - PMMA, handelsüblich bekannt als Plexiglas, Acryglas oder Perspex. PMMA ist ein Acrylpolymer mit außergewöhnlicher optischer Klarheit, das über 92% des sichtbaren Lichts durchlässt und damit der am häufigsten verwendete transparente Kunststoff ist. PMMA-Tafeln werden im Gießverfahren (Cast) oder durch Extrusion hergestellt, wobei gegossene Tafeln bessere optische Eigenschaften und höhere Kratzfestigkeit aufweisen. PMMA zeichnet sich durch gute UV-Beständigkeit, Dimensionsstabilität und relativ geringe Dichte im Vergleich zu Glas aus. Das Material ist jedoch spröde und weniger schlagfest als Polycarbonat. Anwendungsgebiete umfassen Schutzverglasungen, Beleuchtungselemente, Leuchtwerbung, Aquarien, Designermöbel sowie medizinische und labortechnische Einsatzbereiche.
Einfuhrvorschriften und Produktsicherheit
Die Einfuhr von PMMA-Tafeln in die EU unterliegt der REACH-Verordnung (EG 1907/2006), mit besonderer Beachtung des Methylmethacrylatmonomers (MMA) als Restsubstanz. PMMA ist ein chemisch relativ sicheres Material, jedoch müssen Produkte für den Lebensmittelkontakt (z.B. Lebensmittelvitrinen, Behälter) die Verordnung (EU) Nr. 10/2011 erfüllen. PMMA-Tafeln, die als Bauverglasung verwendet werden, müssen europäische Sicherheitsnormen erfüllen, darunter EN 14449 für Verbundglas, wenn sie als Glasersatz im Bauwesen eingesetzt werden. Für Anwendungen in elektrischen Geräten gelten die Niederspannungsrichtlinie (LVD) und Entflammbarkeitsnormen. Die Verordnung über allgemeine Produktsicherheit (GPSR) gilt für PMMA-Tafeln, die an Verbraucher verkauft werden. Importeure sollten sicherstellen, dass die Produkte eine angemessene Kennzeichnung und Gebrauchsanweisungen in der Sprache des Bestimmungslandes tragen.
Kommerzielle Anwendungen und Einreihung
PMMA-Tafeln unter KN-Code 3920 51 stellen ein bedeutendes Segment des Marktes für transparente Kunststoffe dar. Im Bauwesen dienen sie als Glasalternative für Dachlichter, Überdachungen, Vorhangfassaden und Geländer. In der Außenwerbung werden sie für Schilder und beleuchtete Kastenwerbung verwendet. Die COVID-19-Pandemie steigerte die Nachfrage nach PMMA-Tafeln als Schutzscheiben erheblich. Bei der zolltariflichen Einreihung ist zwischen PMMA-Tafeln (3920 51) und Tafeln aus anderen Acrylpolymeren (3920 59) zu unterscheiden. PMMA bedeutet spezifisch Poly(methylmethacrylat), während andere Acrylate wie Poly(butylacrylat) oder Acryl-Copolymere separat eingereiht werden. Eingefärbte, mattierte oder entspiegelt beschichtete PMMA-Tafeln verbleiben unter Code 3920 51, sofern PMMA das dominierende Polymer ist.
Eigenschaften von PMMA-Tafeln (Plexiglas) und Handelsanwendungen
Kunststoffprodukte unter KN-Code 3920 51 unterliegen den REACH-Registrierungsanforderungen für in die EU eingeführte chemische Stoffe. Die Einfuhr erfordert Sicherheitsdatenblätter, technische Produktspezifikationen und Qualitätszertifikate. Produkte für Lebensmittelkontakt müssen Verordnung (EU) 10/2011 einhalten. Die Zollbehörden prüfen die korrekte Tarifeinreihung und EU-Sicherheitsnormen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen gegossenen und extrudierten PMMA-Tafeln?
Gegossene (Cast) PMMA-Tafeln werden durch Polymerisation von Monomer zwischen zwei Glasplatten hergestellt, was ein Produkt mit besserer optischer Klarheit, höherer Kratzfestigkeit und besseren Bearbeitungseigenschaften ergibt. Extrudierte Tafeln werden durch Extrusion von PMMA-Granulat hergestellt und sind günstiger in der Produktion, weisen aber etwas schlechtere optische Eigenschaften und eine höhere Neigung zu inneren Spannungen auf. Beide Typen werden unter KN-Code 3920 51 eingereiht. Gegossene Tafeln werden für Anwendungen bevorzugt, die höchste optische Qualität erfordern.
Welche Normen müssen PMMA-Tafeln im Bauwesen erfüllen?
PMMA-Tafeln, die als Verglasung im Bauwesen verwendet werden, müssen je nach Anwendung harmonisierte europäische Normen erfüllen. Für flache Tafeln als Glasalternative gilt die Norm EN ISO 21032. Tafeln für Dachlichter müssen Anforderungen an Belastbarkeit und Brandklassifizierung erfüllen. Je nach Anwendung können CE-Zertifikate erforderlich sein. Importeure sollten die Anforderungen nationaler Normen in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten überprüfen, da über die harmonisierten Normen hinaus zusätzliche Anforderungen gelten können.
Sind PMMA-Tafeln UV-beständig?
PMMA ist eines der wenigen Polymere mit natürlicher UV-Beständigkeit. PMMA-Tafeln vergilben nicht und verlieren ihre Transparenz auch bei längerer Sonneneinstrahlung nicht, was sie zum bevorzugten Material für Außenanwendungen macht. Die UV-Beständigkeit ergibt sich aus der chemischen Struktur des Polymers, das Strahlung im UV-A-Bereich nicht absorbiert. Für Anwendungen, die UV-Filterung erfordern, sind PMMA-Tafeln mit UV-blockierenden Additiven erhältlich, die zum Schutz von Museumsexponaten und in medizinischen Anwendungen eingesetzt werden.
Welche Einfuhranforderungen gelten für Produkte KN 3920 51?
Der Import von Produkten KN 3920 51 erfordert REACH-Registrierung, SDB und technische Spezifikationen. Für Lebensmittelkontakt ist Konformität mit Verordnung (EU) 10/2011 und eine Konformitätserklärung erforderlich.
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